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"Ich hab doch alles richtig gemacht und es geht nicht!"    (überarbeitet 24.04.2013)

Das Schwierigste ist nicht die Technik oder die Physik, sondern Menschen zu disziplinieren, etwas anderes zu tun, als einfach ihren Gewohnheiten zu folgen.

Lesen Sie diesen Abschnitt und lesen Sie den Abschnitt "Wasserqualität"!

Wenn Sie es nicht tun, weil Sie zu ungeduldig sind oder weil es Ihnen zu dogmatisch erscheint und Sie es gewohnt sind, sonst im Leben auch ohne Anweisungen zurecht zu kommen, kann es sein, daß Sie bei der Herstellung von kolloidalem Silber trotzdem Erfolg haben. Es liegt dann einfach an Dingen, die Sie - ohne es im Detail zu wissen - richtig machen. "Glück gehabt!" 

Es kann aber auch passieren, daß Sie sich alle Mühe machen und stets auf die gleiche Weise vorgehen und dennoch irgendwann eine braune, trübe Brühe produzieren, die man besser gleich ins Klo gießt. 

Der Grund ist einfach gegeben, aber Sie werden ihn nicht immer herausfinden.

 

Schauen Sie sich an, was möglich ist:

 

Demineralisiertes Wasser aus der Apotheke. 

Links als Ergebnis Kolloidales Silber absolut klar und sauber. Rechts mit Wasser aus dem gleichen Behälter. Eine trübe, braune Brühe. Vor dem Beginn der Herstellung wurde beim Wasser-Test schon festgestellt, das dieses Wasser im rechten Glas auf Siedepunkt erhitzt ca. 30 mA Strom durchließ (damit erwies es sich schon als unbrauchbar), während das im linken Glas nur 3 mA durchließ. Wohlgemerkt: Das Wasser stammt aus dem gleichen abgebildeten Kunststoffbehälter und die Herstellung bzw. der Versuch wurde an dem gleichen Tag durchgeführt. Ein späterer, erneuter Versuch ergab wieder das erwünschte Ergebnis, nämlich klares, sauberes Silberwasser. 

Was können die Ursachen sein?
Restlos aufklären lassen sich solche Fälle selten oder nie. Aller Wahrscheinlichkeit nach lagen Verunreinigungen des Glases vor, wahrscheinlich Fett oder Spülmittelreste. Man kann nichts ausschließen, auch nicht, daß man selber irgendwas "gepanscht" oder verwechselt hat, schließlich betreibt man zu Hause kein Labor nach strengsten Regeln. Vorheriges Reinigen des Glases mit Spülmittel und Ausspülen mit Leitungswasser würde Abhilfe schaffen. Besser noch, man spült noch mit etwas destilliertem oder demineralisiertem Wasser nach.

Strombegrenzung und Wasser-Test
Der Laie fragt sich, was eine Strombegrenzung ist und wozu sie nötig sei. Sie ist zu vergleichen mit einem Wasserhahn, der auf und zugedreht werden kann, so daß immer nur die gleiche Menge Wasser durchfließen kann. Allerdings arbeitet die Strombegrenzung automatisch. Während der Herstellung muß der Strom auf einen Wert begrenzt werden. Typisch wären 5 mA. Anderenfalls kann sich der Ablauf irgendwann verselbständigen und läßt den Strom rapide ansteigen. Dann kann es unter Umständen so ähnlich wie oben im rechten Glas aussehen. Oder es bilden sich enorme "Dendriten", das sind feinste Wucherungen der Ablagerungen an den Elektroden. Siehe auch hier im Beispiel   "Nonsens Schaltung"

Vor der Herstellung läßt sich ein einfacher Wassertest machen, indem man den Startstrom direkt nach dem Einschalten beobachtet. Steigt dieser sofort auf 5 mA, ist das Wasser unbrauchbar. Ein typischer Wert für einwandfreies Wasser wäre kalt ca. 0,5 mA und heiß bis zu 2 mA. Dazu ist allerdings ein Multimeter nötig, um den Strom zu messen, ein für den Laien schier unüberwindlich scheinendes Hindernis. "Das kann ich nicht, davon verstehe ich nichts, wenn ich da was falsch mache..." Derlei Ausreden lassen sich unendlich fortsetzen.

Es gibt für den in Elektronik etwas erfahrenen Bastler noch die Möglichkeit, für den Wassertest kurz die Strombegrenzung des Gerätes zu überbrücken. Dann werden die Unterschiede noch viel deutlicher. Bei Leitungswasser lassen sich dann vielleicht Werte um 20 mA messen, gebietsweise je nach Mineralgehalt auch wesentlich mehr. Bei Mineralwasser liegen die Werte noch viel höher. Leitungs- und Mineralwasser ist also absolut ungeeignet, einfach deshalb, weil es Fremdstoffe enthält, die mit dem Silber reagieren. Das destillierte oder demineralisierte Wasser zeigt hingegen auch bei dieser Art Wassertest ohne Strombegrenzung die gleichen niedrigen Werte.

Optimal ist die Überprüfung mit einem LEITWERTMESSGERÄT, wie sie etwa von Aquarienbesitzern benutzt werden. Dann hat man ein Ergebnis in Mikro-Siemens oder bei manchen Geräten auch in ppm. Dies ist jedoch immer nur eine Anzeige des elektrischen Leitwerts, nicht eine des Silbergehaltes. Der ppm-Wert von Kolloidalem Silber läßt sich mit keinem Messgerät feststellen, das muß hier ausdrücklich betont werden.  (dieser Irrtum ist leider weit verbreitet)  

Fazit: Man braucht nicht unbedingt ein Messgerät, um Kolloidales Silber herzustellen. Aber es kann nützlich sein.


Wasserqualität

Messung unter gleichen Bedingungen: Elektrodenstärke 2,5 mm, Elektrodenabstand 35 mm, Eintauchtiefe 75 mm, Wassertemperatur ca. 16 Grad C. (Anfangsspannung an den Elektroden 50 V. Unter Belastung abfallend. Typisch 40 V bei 4 mA.)

1. Messung, Demineralisiertes Wasser aus der Apotheke, Strom 0,3 mA

2. Messung, Demineralisiertes Wasser Baumarkt/Tankstelle, 1. Probe, Strom 1 mA

3. Messung, Demineralisiertes Wasser Baumarkt/Tankstelle, 2. Probe, Strom 1,3 mA

4. Messung, Leitungswasser  22 mA

5. Messung, Mineralwasser  50 mA

Man beachte den großen Unterschied zwischen dem besten Wert (0,3 mA) und dem schlechtesten Wert (50 mA).

Der Leitwert eines Wasser allein sagt auch nichts über die Reinheit von destilliertem oder demineralisiertem Wasser aus. Selbst einwandfreies, destilliertes Wasser kann durch Aufnahme von Kohlendioxyd aus der Luft einen höheren Leitwert bekommen, gilt aber dennoch als frei von Fremdstoffen. Abgestandenes und öfter der Luft ausgesetztes Wasser kann zu erhöhter "Dendritenbildung" führen. Es empfiehlt sich daher, Wasser in kleinen Behältern zu kaufen und die Behälter möglichst nicht länger als nötig geöffnet lassen.  Aus gleichen Gründen, die allerdings nicht so leicht erkennbar werden, empfiehlt es sich, kein destilliertes Wasser für Bügeleisen, aus dem Baumarkt oder von der Tankstelle zu verwenden. Bei Lagerung, Transport und Abfüllen müssen von den Herstellern bei weitem nicht die strengen Kriterien für "medizinische Zwecke" erfüllt werden. Somit ist das Risiko, im Baumarkt Wasser mit zu hohem Leitwert zu erhalten, um ein Vielfaches höher.

 

Weißes Wasser, braune Nebel, Schwarze Elektroden...

Mitunter hört man von feinen weißen Nebeln oder  Wolken, die sich im Wasser um die Elektroden herum  bilden. Das ist eindeutig ein Hinweis auf unzureichende Wasserqualität. Folge: Unerwünschte, elektrolytische Vorgänge. Das Produkt ist ein Wasser mit leicht weißlicher Trübung. Zu vermuten ist, daß es sich um Mineralien im Wasser oder direkt um Mineralwasser handelt. Geräte, die mit dem werbewirksamen Hinweis verkauft werden, man könne mit Leitungswasser oder Mineralwasser arbeiten, so etwa ein Gerät aus der Schweiz, auch noch mit dem Vermerk "Made in Germany" ausgestattet, lassen jeglichen Sachverstand des Herstellers vermissen. Damit erzeugt man kein Kolloidales Silber, denn solches darf nur Silber enthalten.

 

So darf es nicht aussehen

 

Schwarzgraue Flocken schwimmen an der Oberfläche oder setzen sich auf dem Grund ab.

 

 

Zu den "braunen Nebeln" und "schwarzen Elektroden" schaue man sich bitte die Foto-Serien diverser Versuche an.

Es läßt sich abschließend sagen, daß es nichts Besonderes ist, wenn sich braune Nebel oder schwarze Verfärbungen der Elektroden bilden. Im Gegenteil, es läßt auf eine normale Funktion schließen. Selbst die Partikel, die auf den Boden absinken, bestehen ja nur aus Silber oder Silberoxyd, sofern man reines, destilliertes oder demineralisiertes Wasser verwendet. Wenn sich allerdings "Dendriten" in großem Maße bilden, müssen sie zwischendurch abgewischt werden, sonst überbrücken sie den Stromfluß, was einem Kurzschluß gleichkommt.

Zu den Fotos   hier anklicken

 

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Impressum:

© April/2005 by HANS-DIETER TEUTEBERG •  hans-dieter.teuteberg@t-online.de

Illustrationen
 © H.D.T.